ArchiveSeptember 11, 2005

urban dead

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eins ist vielleicht noch nicht ganz ein trend, aber es hat sicher das potential: in sogenanntes “low-tech” massive multiplayer game gesehen. ähnlich nerdy und ähnlich old school wie früher MUDs. keine fancy grafiken, keine action, nur kleine quadrate und kurze textuelle beschreibungen, teils sicher auch weil es völlig unkommerziell läuft: so ist z.b. nur eine bestimmte zahl von serverzugriffen per tag und IP-Adresse zulässig.

Spannend aber vor allem, wie die onlinecommunity dort entwickelt: im spiel gesehen, wie leute URLs an virtuelle wände gesprüht haben. es ist ja eine sache, eine online game zu spielen. eine andere, dort virtuelle wände zu besprühen, wenn man bedenkt, dass es wohl kaum aufsehen erregen wird. aber noch mal eine völlig neue dimension, dass dies dann als werbefläche für die eigene homepage genutzt wird….

rollenspiele

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sehr merkwürdiges gefühl heute. bin gerade involviert in ne art konzertabend, 16 acts, die alles möglich aufführen, sehr gemischte crowd etwa zwischen 15 und 85 jahren auf den sitzen. und plötzlich zwischen all den anderen tanz- und werweißwasaufführungen die selbstsogenannte rockband, die 25 minuten losgeschrammelt hat. und der drummer hat sich hinter seinen haaren versteckt und spricht nicht, und der leadgitarrist trägt bemalte converse, wie es sich gehört, und leadsinger jim benutzt oft die worte rock, und flow, und you know, the bass. die tracklist vergessen, aber der letzte song war ein rage against the machine cover, und ich musste den jungs dann klarmachen, dass 4 amps in nem kleinen raum mit 300 leuten jenseits der 80 einfach nicht laufen werden, und sie haben mit den füssen gescharrt, und auf ihre scharrenden füsse geschaut, und mir geantwortet wie ein 15jähriger seinen eltern antworten würde, aber du verstehst das nicht, und die musik funktioniert leise nicht, und es ist doch ein rockkonzert, und natürlich, sie hatten damit sogar recht, und plötzlich war ich die, wie in die lassen uns nicht spielen, und wie in die verstehen uns nicht, und ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll.

yahoo verrät journalisten in china

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vor einigen tagen haben reporter ohne grenzen berichtet, dass yahoo in china maßgeblich daran beitligt war, einen dissidenten zu verhaften.

Shi Tao wurde im April zu zehn Jahren Haft wegen der “Weitergabe von Staatsgeheimnissen” an “feindliche Elemente” verurteilt.


„Dass Yahoo sich offensichtlich beigeistert an der Zensur beteiligt hat, war uns bekannt“, so Reporter ohne Grenzen. „Nun wissen wir, dass das Unternehmen auch als Informant der Polizei tätig ist.“

auch google und microsoft sind in der vergangenheit mehrmals kritisiert worden, da sie dann doch ein bisschen eng (und offenbar ziemlich freiwillig) mit der chinesischen regierung zusammenarbeiten. nun wäre das ja an sich schon fragwürdig. aber gerade firmen wie google und microsoft, die ihren erfolg einem freien internet zu verdanken haben, sollten es doch wirklich besser wissen. und nicht helfen, zu zensieren und zu verhaften.

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